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Lost in Life



Kennst du das Gefühl, dass sich alles um dich weiterdreht, weiterläuft und nur du still stehst, keinen Schritt mehr weiter kommst? Das du keinen Ausweg mehr findest, alles unendlich scheint, kein Ende in Sicht? Du sitzt wo, solltest eigentlich Spaß haben, im Grunde geht’s dir aber einfach nur mies. Du fühlst dich alleine gelassen, unfair behandelt, vergessen… Alles andere ist wichtig, aber du bist egal? Alles was du um dich siehst zieht dich nur noch mehr runter. Du hast dich auf den Tag gefreut, wurdest aber nur enttäuscht. Und selbst an der letzten Hoffnung bis du jetzt gescheitert. Das einzige was du jetzt noch tun willst ist Schluss machen mit diesem Leben. Entweder mit einem kompletten Neustart. Alles Bisherige hinter dir lassen, ein eigenes, selbstständiges Leben woanders und ohne alles anfangen. Oder einfach vor den nächsten Zug springen und nie wieder kommen? Die Wut kocht immer höher, in dir das totale Scherbenmeer und der Alltag holt dich schnell und bösartiger wieder ein, wie alles andere. Tränen stehen in deinen Augen, immer und immer wieder. Blut Zeichnet den Schmerz in dir jeden Tag aufs Neue aus. Der einzige Ausweg? Unbekannt und wenn du ihn kennen würdest, wäre er sicher versperrt. Die silberne Klinge… dein einziger Freund und zugleich dein größter Fein. Jegliche Hilfe ist zu spät, du sitzt schon lange genug am Rand des Hochhausdaches. Der Wind dort oben… er ist kalt… so kalt wie das Blut, dass durch dich fließt. ‚Zu spät hast du erkannt, was wirklich in mir vorgeht,’ flüsterst du Tag für Tag in de Dunkelheit der Nacht. Dein Freund der Mond weckt Nacht für Nacht in dir die Sehnsucht nach Freiheit… die Sehnsucht endlich alles loslassen zu können. Nie wieder gefangen zu sein im eigenen ich, Sklave des eigenen Lebens. Die Sekunden verrinnen einfach nur… ohne Pause… ohne halt… immer schneller. Es bleibt keine Zeit mehr um nachzudenken, um einen Ausweg zu finden, um sich selbst zu retten. Nein, die Zeit rast weiter, überholt sich fast selbst und du stehst nur noch verloren da. Wo soll das Enden? Was soll das werden? Warum tut das Leben mir das an? Dieselben Fragen bohren sich in deinen Kopf. Das einzige was du noch bist ist eine tickende Zeitbombe… der letzte Funke für einen Großbrand… der letzte Tropfen für eine riesen Welle. Alles zerstörerisch, wütend, mörderisch. Du schreist nach dem Ende, weil das Ende dir wie das Paradies erscheint. Du spielst das gute Spiel zur bösen Miene. Du bist ein talentierter Schauspieler, alle glauben dir dein Schauspiel des Lebens. Keiner zweifelt daran, ist nicht überzeugt von dir. Du machst deine Sache gut, Beweise vertuschst du oder erfindest Lügen dafür. Die Wahrheit geht nur dich etwas an, dich und sonst niemanden. Es wäre sowieso zu spät, würde es jemand anderes jetzt erfahren. Der Tod wird mehr und mehr zu dem was du liebst, was du begehrst, nicht mehr loslassen willst. Nein, du willst dich in ihm wiederfinden, dich ihm überlassen, nicht mehr ohne ihn leben. Immer und immer wieder suchst du nach ihm, versuchst ihn zu finden. Du kannst wirklich nicht mehr. Es geht nicht mehr, dein Leben ist vollkommen Sinnlos, ausgemergelt und kaputt. Eigentlich bist du blass wie eine Leiche, nach außen siehst du aus, wie frisch aus dem Urlaub. Nach außen strahlst du immer noch, nach innen blutest du nur noch. Du bist enttäuscht von vielem und allem. Von deinem Leben, von deinem Glauben, von deinen Freunden und deiner Familie. Ja selbst von deiner Zukunft. Dein Schicksal hat dich im Stich gelassen. Du wartest auf die Erlösung, davor gibst du dich das letzte Mal der Liebe hin oder besser der Lust. Liebe? Liebe gibt es nur im Märchen und in der Phantasie der Menschen. In der Wirklichkeit besteh es nur aus Lust, gutem Glauben, falscher Tatsachen, Phantasie und Wünschen. Und dann… dann sitzt du plötzlich nicht mehr nur auf dem Dach des Hochhauses, nein du springst und erlöst dich damit selbst.
Kennst du diese Gefühle auch?
Sie bringen einen um.
Kaltblütig und still.